NGO NPO grün
Digital Relations für nachhaltige Organisationen und Unternehmen. Ihr helft anderen und wir kümmern uns um Euch! Beratung bei Onlinemarketing, -fundraising und Kampagnen. Wir zeigen Euch was machbar ist im Netz.

Walkampf im Internet

Unsere Leistungen im Bereich “Workshops”, am Beispiel “WDCS Deutschland”

Auftrag:
Bei einem eintägigen Workshop sollen gemeinsam mit einem Team der WDCS Deutschland Ideen rund um eCampaining und Social Media erarbeitet und die bisherigen Social Media Aktivitäten der Wal- und Delfinschutzorganisation unter die Lupe genommen werden.

Umsetzung:
Der Tag war positiv anstrengend, voll von Fragen und Lösungen, Strategieansätzen und viel konstruktiver Arbeit. Wir entwickelten gemeinsam Ideen und Grundlagen für die zukünftige Ausgestaltung und Verwendung der verschiedenen Social Media Kanäle des WDCS.

Nach einem umfassenden theoretischen Einstieg in Form eines Vortrages und einer Besprechung der aktuell schon laufenden Tätigkeiten im Bereich Social Media war der Tag hauptsächlich von der Beantwortung fachlicher Fragen und der gemeinsamen Entwicklung von Ideen, Strategien und konkreter Umsetzungen geprägt.

Abschließend besprachen wir weitere Möglichkeiten für NGOs wie beispielsweise Google Earth Outreach.

Mir hat es viel Freude bereitet mit solch engagierten, konstruktiven und freundlichen Menschen zu arbeiten und wünsche dem Team vom WDCS viel Erfolg bei den nun anstehenden Arbeiten und den nächsten Schritten.

Ergebnis:
Blog
Facebook-Fanseite
Twitter-Profil
YouTube-Kanal

Artikel geschrieben von Michael Hartl

Geschrieben am 5. Mai 2010 um 12:48 Uhr | 2 Kommentare »

Wie die EthikBank mit wenig viel bewegt

Angefangen hat alles mit der Eröffnung der Facebook Fan-Seite der EthikBank. Da unsere Firma und ich selbst bei der EthikBank schon länger Kunden sind, bin ich natürlich sofort Fan geworden. Eine Bank, die keine hochspekulativen Geschäfte macht und dabei ethische Maßstäbe bei ihrer Arbeit an den Tag legt, ist leider nicht die Regel. Und daher für mich, mehr als unterstützenswert.

Kurz nach meinem Beitritt der Fan-Seite, habe ich meine Freund_innen dazu eingeladen woraufhin die Anzahl der Fans ordentlich stieg. Dieses Einladen blieb nicht unerkannt und somit wurde ich von der Administratorin der Fanseite ganz feierlich zum “Fan der Woche” und nach kurzer Zeit dann sogar zum “Fan des Monats” ernannt.

Soweit so gut. Ich hab mich gefreut über diese nette Geste und dann nicht weiter daran gedacht. Bis dann eines schönen Tages in meinem Briefkasten ein Brief von der EthikBank lag. Ein DIN A5 Umschlag mit einem schwereren Inhalt. Verwundert habe ich diesen geöffnet und einen sehr lieben Brief und eine Tafel Schokolade vorgefunden. Im Schreiben bedankte man sich bei mir noch einmal persönlich für meine Hilfe und bezog sich auch direkt auf die “Fan des Monats”-Geschichte. Die Tafel Schokolade sollte dem verbalen Dankeschön noch ein wenig Nachdruck verleihen, was sie auch geschafft hat.

Ehrlich gesagt war ich sehr baff, weil ich nicht mehr an die Geschichte gedacht hatte und es so unerwartet und aus heiterem Himmel kam. Eine rundum gelungene Aktion, die ich natürlich auch auf Facebook mit meinen Freund_innen geteilt habe. Natürlich habe ich in diesem Beitrag auf die Seite der EthikBank und den Hersteller der Schokoladenmanufaktur auf Facebook verwiesen. Wie sich das eben gehört.

Fazit

Warum ich diesen Text hier schreibe ist so simpel wie es einfach ist. Solche kleinen Zuwendungen erhalten nicht nur die Freundschaft, sondern schließen die Lücke zwischen der virtuellen zur realen Welt. Einen Brief kann ich anfassen und eine Schokolade mit Freund_innen teilen und genießen, wohingegen ein digitales Danke und ein Titel bei weitem nicht so einen Eindruck hinterlassen. Was ist also passiert? Da ich von den Produkten, der EthikBank überzeugt bin, habe ich sie weiter empfohlen und gedankt wurde mir mit diesem netten Brief, der seine Wirkung nicht verfehlt hat. Erfreut habe ich auch dies meinen Freund_innen mitgeteilt, die das toll fanden und der Vizepräsident der Albert Schweitzer Stiftung für unsere Mitwelt der Fan-Seite der EthikBank auf meine Einladung hin beigetreten ist und für die Stiftung dort sogar ein Konto eröffnet hat, wobei er mich als Werbenden angegeben hat.

Was können nachhaltige Unternehmen und NGOs daraus lernen?

Ganz einfach! Behandelt eure Kund_innen so wie ihr einen Menschen behandeln würdet, der euch nahe steht. Hört zu und helft bei Problemen. Bietet Qualität statt Quantität. Stellt Fragen und begeistert mit ausgefallenen Ideen.

Wer sich als Unternehmen oder Organisation menschlich und freundlich verhält, wird auch ernst genommen. Eine Nummer im System sind wir nur all zu oft und die EthikBank hat es geschafft, mich in diesem Fall als Mensch zu behandeln und mit einem Brief, bei dem der Aufwand kaum über 10 EUR  liegen dürfte, einen Markenbotschafter geschaffen, der auch weiterhin ihre Produkte empfehlen wird. Günstiger kann Werbung kaum sein.

Die EthikBank ist neben Facebook auch auf YouTube und Twitter vertreten und hat sogar einen eigenen Blog.

Aus aktuellem Anlass verweise ich auch noch auf einen Artikel auf Konsumguerilla, der die Motivation, zur EthikBank zu wechseln, näher beleuchtet. Wie haltet ihr das mit Eurem Geld? Und wenn ihr noch nicht gewechselt habt: Was hält euch davon ab, Euer Geld nicht in Militärwaffen, Gentechnik und Atomkraft zu investieren?

Artikel geschrieben von Robert Kresse

Geschrieben am 5. April 2010 um 21:09 Uhr | 6 Kommentare »

Der Fall Nestlé – ein Best Practice

Greenpeace

Viel wurde in den letzten Wochen in Blogs und Social Networks über den „Nestlé-Fail“ gesprochen. Offline-Medien berichteten. Und selbst in der ein oder anderen Kantine war es ein Gesprächsthema. Die Gespräche offline drehten sich hauptsächlich um das Thema, das Greenpeace beleuchten wollte: Palmöl und die damit häufig verbundene Regenwaldabholzung.

Online drehen sich bis jetzt die Gespräche fast nur darum, wie Nestlé sich hätte anders verhalten können und welche Gefahren also Social Media für Firmen haben kann, die Dreck am Stecken haben.

Wir glauben daher, dass es Zeit wird es nicht weiter als nächsten Streisand-Effekt zu thematisieren, sondern es als best practice zu sehen!

Denn Greenpeace hat hier konsequent viele Mittel gewählt, die das moderne Internet meist kostenlos allen NGOs zur Verfügung stellt. Zwei Videoplattformen, zahlreiche Blogs, Social Networks, eine Fotoplattform und ein Microblogging-Dienst wurden zum Schauplatz für ein Musterstück besten eCampainings. Wenn Firmen Social Media nutzen, um sich auf die Bühne zu stellen und Nähe zum Kunden aufzubauen, dann müssen NGOs eben genau dort hin, um mitzuspielen, exakt die Kunden einer Firma ansprechen zu können und zu mündigen Konsument/innen zu machen.

Was war geschehen

Greenpeace hat eine Kampagne gegen Nestlé gestartet, da dieser Konzern wie viele andere auch in einigen seiner Produkte Palmöl verwendet. Dabei kann Nestlé nicht sicherstellen, dass es sich nicht auch um Palmöl aus Regenwaldabholzung handelt. Ein sehr bekanntes Produkt, in dem dieses „blutige Palmöl“ steckt, ist der Schokoriegel KitKat. Also wurde ein „Werbespot“ dafür auf YouTube gestellt, der aber anders endet, als es Nestlé lieb sein dürfte.

Bis dahin ein normaler Kampagnenstart, der im Netz von den Menschen Aufmerksamkeit bekam, die sich für das Thema Umweltschutz interessieren. Nun wurde das Video aber auf Drängen von Nestlé von YouTube gelöscht. Und auf eine solche Zensur reagiert die Web2.0-Gemeinde sehr allergisch. Und schon war das Löschen – und damit eben auch die Kampagne – Gesprächsthema in den Sozialen Medien wie Blogs, Facebook und Twitter.

Schauen wir uns doch kurz an, was Greenpeace selbst getan hat, um diese (Online-)Gespräche zu unterstützen und anzufeuern.

Werkzeuge

Greenpeace hat verschiedene Tools im Internet genutzt, um den Unterstützer/innen der Organisation und den Interessierten an der Kampagne das aktiv werden im Netz so einfach als möglich zu machen.

Website
Auf der Startseite der eigenen Websites (Greenpeace ist ja in sehr vielen Ländern aktiv und hat damit zahlreiche Websites) auf den Kampagnenstart und das damit verbundene Video hingewiesen.

YouTube
Das Video wurde zunächst auf die bekannteste und meistgenutzte Videoplattform geladen, da es dort die höchste Verbreitungsmöglichkeit hat.

Vimeo
Als das Video aber auf YouTube gesperrt wurde, wich Greenpeace sofort auf eine andere Videoplattform aus. Und Dank Vimeo war das Video damit weiter im Netz verfügbar.

Blogs
In den verschiedenen Greenpeace-Blogs konnten Interessierte jederzeit die Entwicklung der Kampagne und der Vorgänge rund um die Kampagne nachverfolgen. Somit waren alle Menschen die sich engagierten jederzeit informiert.

Startseite der eigenen Website
Zumindest auf der UK-Website von Greenpeace war die Startseite selbst zur Kampagnenseite mutiert. Hier wurde das Video gezeigt und zum Einbinden und Downloaden zur Verfügung gestellt. Weiter gab es share-Buttons, mit denen das Video schnell auf Facebook oder Twitter im eigenen Profil angezeigt werden kann und eine Schaltfläche, um das Video per Email an andere zu senden. Um neben der Verbreitung der Kampagne auch Druck auf Nestlé zu erzeugen, gab es darunter ein Protesttool, über das ein Brief an die Verantwortlichen bei Nestlé geschickt werden konnte.

Facebook
Es wurden nicht nur die eigenen Greenpeace-Fanpages genutzt, um das Video zu verbreiten und auf die Vorgänge rund um die Kampagne hinzuweisen, sondern auch die Nestlé-Pages wurden Teil der Kampagne. Über verschiedene Kanäle wurden die Unterstützer/innen dazu aufgerufen, ihren Unmut und ihre Gedanken zum Palmöleinkauf von Nestlé auch auf deren Fanpages auf Facebook zu äußern. Die KitKat-Fanpage wurde daraufhin sogar aus dem Netz genommen.

Twitter
Auch hier kursierte der Aufruf, direkt an Nestlés Twitter-Profil Nachrichten zu senden, in denen man sich zu den Palmöl-Vorgängen äußert.

Flickr
Auf der Fotoplattform Flickr wurden Bilder bereitgestellt, die Unterstützer/innen als Profilbilder in ihren Sozialen Netzwerken verwenden können, um auf die Kampagne aufmerksam zu machen. Und wir hatten einen ganzen Schwung an Menschen in unseren Netzwerken, die plötzlich eine dieser Greenpeace-Grafiken als Bild hatten.

Lessons learned

Social Media ist plattformunabhängig. Wenn eine Plattform das selbst erstellte und hochgeladene Video sperrt, geht einfach zu einer anderen Videoplattform. Als YouTube sich Nestlé beugte und zensierte, wurde das Video einfach direkt auf Vimeo geladen.

Einfaches teilnehmen. Jede Person die mitmachen möchte, sollte einen so einfachen Einstieg wie möglich bekommen. Mit den Links zu Seiten im Netz, an denen ich meine Meinung äußern kann, über Mailingformulare, Video zum down- und wieder uploaden, share-Buttons, der Bereitstellung von Profilbildern usw. steht eine große Auswahl zur Verfügung, so dass für jede Person und jedes technische Verständnis eine Möglichkeit des Mitwirkens gegeben ist.

Sag was Du möchtest. Das Bereitstellen der verschiedenen Möglichkeiten teilzunehmen ist nur der erste Schritt. Mindestens genauso wichtig ist es, den Menschen zu sagen, dass sie teilnehmen können und welche Ideen es dafür gibt.

Menschen helfen NGOs im Netz. Zahlreiche Personen berichteten schon bald von den Vorgängen zwischen Nestlé und Greenpeace in ihren Blogs, andere luden das Video auf verschiedenste Videoplattformen oder ihre eigenen Websites, unzählige Personen kommentierten auf den Facebook-Pages von Nestlé und brachten damit ihren Protest zum Ausdruck.

Vom Digitalen ins Physische. Eine Handlung am Computer ist schnell gesetzt. Ein paar Worte an Nestlé getippt, eine Unterstützer/innen-Erklärung „unterschrieben“. Damit lässt sich aber auch eine große Gruppe an Menschen gewinnen, die dann auch dazu aufgerufen werden kann, direkt bei Nestlé anzurufen oder einen Brief zu schreiben oder ähnliches. Und viele der Menschen, die schon zu den ersten (Online-)Schritten bereit waren, werden diesen nächsten Schritt auch in Betracht ziehen.

Beginnende Demokratisierung der Märkte. Insgesamt lässt sich an diesem Beispiel sehen, dass die Menschen durch Social Media wieder mündiger und informierter werden und direkte Kanäle zu den Firmen bekommen. Viele nutzen dies auch. Und so kommunizieren die Kund/innen nicht nur in Augenhöhe mit den Firmen, sondern können diese sogar überstimmen. Selbst auf deren eigenen Fan-Page.

Artikel geschrieben von Michael Hartl

Geschrieben am 26. März 2010 um 13:18 Uhr | 3 Kommentare »